{"id":373,"date":"2024-04-10T17:34:50","date_gmt":"2024-04-10T15:34:50","guid":{"rendered":"https:\/\/adamer.eu\/?p=373"},"modified":"2024-04-10T17:34:50","modified_gmt":"2024-04-10T15:34:50","slug":"allergie-die-pollensaison-steht-vor-der-tuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/2024\/04\/10\/allergie-die-pollensaison-steht-vor-der-tuer\/","title":{"rendered":"Allergie \u2013 die Pollensaison steht vor der T\u00fcr"},"content":{"rendered":"\n<p><a>Eine typische allergische Reaktion, wie sie die meisten von uns kennen, z\u00e4hlt man zum Typ-1, dem Soforttyp. Nach der Sensibilisierungsphase, dem Erstkontakt mit einem Antigen, der meist unbemerkt bleibt, sch\u00fctten T-Lymphozyten bei neuerlichem Kontakt mit dem Allergieausl\u00f6ser Entz\u00fcndungsmediatoren aus. Diese veranlassen wiederum B-Lymphozyten, IgE-Antik\u00f6rper zu produzieren und in der sogenannten Effektorphase Mastzellen zur Histaminaussch\u00fcttung zu bewegen. Der resultierende Histaminspiegel im Blut ist am Ende verantwortlich f\u00fcr die Symptomatik.\u00a0 Zu den h\u00e4ufigsten Beschwerden z\u00e4hlen Juckreiz, Schnupfen, Bindehautentz\u00fcndung und Asthma.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Klima im Wandel<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren sehen wir uns mit einer erh\u00f6hten Allergenexposition konfrontiert. Durch den Klimawandel k\u00f6nnen sich vor allem allergene Pflanzen fast ungehindert ausbreiten. Das \u201eBeifussbl\u00e4ttrige Traubenkraut\u201c, Ambrosia artemisiifolia, zum Beispiel ist ein Unkraut, das bei vielen Menschen ungew\u00f6hnlich starke, allergischen Reaktionen hervorrufen kann. Aber auch die bessere Isolation von Wohnr\u00e4umen hat eine Vermehrung von Hausstaubmilben zur Folge. Au\u00dferdem wird vermutet, dass die Steigerung der Luftschadstoffe mit einer erh\u00f6hten Produktion von allergenen Pollen in Pflanzen einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Wie entstehen Allergien?<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da es sich bei einer allergischen Reaktion um eine \u00fcberschie\u00dfende Reaktion des k\u00f6rpereigenen Immunsystem handelt, erscheint es logisch, dass Allergie und humorale Abwehr in enger Verbindung miteinander stehen. Durch St\u00e4rkung der k\u00f6rpereigenen Widerstandskraft ist es m\u00f6glich, die Auspr\u00e4gung von allergischen Reaktionen sehr wirksam zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Allergie identifiziert das Immunsystem f\u00e4lschlicherweise eine harmlose Substanz als fremd und l\u00f6st eine \u00dcberreaktion aus. Fast alle Substanzen k\u00f6nnen Allergene sein. H\u00e4ufig handelt es sich um Pollen, Staub, Tierhaare, Insektengift, Medikamente oder Chemikalien in Reinigungsmitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig ist eine Neigung zu Allergien vererbt. Neben \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Hygiene z\u00e4hlt auch die Tatsache, dass man in fr\u00fchen Kindertagen nur wenige Infekte durchgemacht hat, zu den m\u00f6glichen Ausl\u00f6sern f\u00fcr allergische Erkrankungen. Umgekehrt beobachtet man bei Kindern, die auf Bauernh\u00f6fen aufwachsen, seltener Allergien. Au\u00dferdem ist der fr\u00fche Kontakt mit anderen Kindern in Kinderkrippen mit einer geringeren Allergiepr\u00e4valenz in Verbindung zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stress ist, wie \u00fcberall in unserem Leben, nachteilig. Sowohl ein psychischer, als auch der oxidative Stress, der durch viele Umweltfaktoren ausgel\u00f6st wird, sind entscheidende Risikofaktoren f\u00fcr das Auftreten von Allergien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Pharmakotherapie<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Pharmakotherapie des Heuschnupfens erfolgt vor allem symptomatisch. Bei geringen Beschwerden k\u00f6nnen oral oder nasale H1-Antihistaminika Abhilfe verschaffen. Die schnellste Resorption und beste Bioverf\u00fcgbarkeit haben jene der dritten Generation (Desloratadin, Fenoxifenadin, u.a.). Sie haben eine Wirkdauer von 24 Stunden und sedieren nicht. Au\u00dferdem sind die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vernachl\u00e4ssigbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei st\u00e4rkerer Symptomatik kommen intranasale Kortikoide zum Einsatz, die wenig systemisch wirksam werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenngleich systemische H1-Antihistaminika eine gut wirksame und kosteng\u00fcnstige Variante im Kampf gegen den Heuschnupfen sind, so bergen sie, wie alle anderen synthetischen Arzneimittel auch, eine Reihe von nicht zu untersch\u00e4tzenden Nebenwirkungen. Einige Arzneien dieser Wirkstoffklasse weisen sedierende Wirkung auf, sind kardiotoxisch und verl\u00e4ngern die QT-Strecken, was zu Herzrhythmusst\u00f6rungen f\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von kortisonh\u00e4ltigen Nasensprays oder die orale Einnahme von Kortisonpr\u00e4paraten schafft zwar h\u00e4ufig schnelle Erleichterung, beg\u00fcnstigt aber das Entstehen von Pilzerkrankungen und bakteriellen Infektionen. Dieses Ph\u00e4nomen ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Kortison das Immunsystem unterdr\u00fcckt und auf diesem Weg schw\u00e4cht. Klar ist aber auch, dass wir uns im Kampf gegen die Pandemie kein geschw\u00e4chtes Abwehrsystem leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Nat\u00fcrlichkeit siegt<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a>\u201eWo keine Wirkung, da keine Nebenwirkung!\u201c Diese Behauptung stimmt nicht ganz, denn nicht nur verschreibungspflichtige Antihistaminika k\u00f6nnen allergische Krankheiten bek\u00e4mpfen. Vor allem die richtigen N\u00e4hrstoffe sind mild im Nebenwirkungsprofil, jedoch stark im symptomatischen und kausalen Therapieerfolg.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Heuschnupfen, der \u201eRhinitis allergica\u201c, handelt es sich, wie der Name vermuten l\u00e4sst, um eine Entz\u00fcndung (-itis) der Nasenschleimhaut (rhis, Nase). Daher erscheint es als naheliegend, dass die Einnahme von Vitamin A, C, B2, B3 und Zink vorteilig ist. Diese Vitalstoffe sind ma\u00dfgeblich an der Intakthaltung der Schleimhautbarriere beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da allergische Reaktionen Fehlleitungen des Immunsystems sind, kann die Einnahme von Eisen, Fols\u00e4ure, Kupfer, Selen, Vitamin A, B12, B6, Vitamin C, D und Zink zu einer raschen Linderung der Symptome f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Astragalus membranaceus<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Astragalus membranaceus geh\u00f6rt zur Gattung der Schmetterlingsbl\u00fctler und z\u00e4hlt zu einer der bedeutendsten Pflanzen in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Hier kommt sie schon seit Jahrtausenden als St\u00e4rkungsmittel zum Einsatz. Astragalus ist ein wahrer Abwehrbooster. Seine Inhaltsstoffe, zu denen Polysaccharide, Triterpensaponine und Isoflavonoide z\u00e4hlen, haben antivirale, antibakterielle und antioxidative Wirkung. Au\u00dferdem weist diese Heilpflanze ein besonders g\u00fcnstiges Aminos\u00e4ureprofil auf und enth\u00e4lt wertvolle Fetts\u00e4uren sowie Mineralstoffe. Damit st\u00e4rkt dieses Pflanzentonikum die Widerstandsf\u00e4higkeit des Organismus und ist sowohl bei allergischen Erkrankungen, wie auch vielen anderen Immundefiziten sowie im Kampf gegen die Zellalterung indiziert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Vitamin C <\/u><\/strong><strong><u><\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vitamin C ist ein orthomolekulares Antihistaminikum, das Mastzellen stabilisiert und so Histaminblutspiegel zu senken vermag. Au\u00dferdem zeichnet es sich durch den schnellen Wirkeintritt aus, korrigiert eine ung\u00fcnstige Abwehrlage und ist praktisch nebenwirkungsfrei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>B-Vitamine<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Niacin verlangsamt die Histaminaussch\u00fcttung und Vitamin B5, die Panthothens\u00e4ure, reduziert nachweislich allergische Symptome. F\u00fcr einen optimalen Ablauf des oxidativen Schutzsystems im K\u00f6rper ist es neben der gezielten Zufuhr von exogenen Antioxidantien besonders wichtig, gen\u00fcgend Vitamin B2, B3 und B6 zuzuf\u00fchren. Letzterem kommt eine zentrale Rolle im Aminos\u00e4urenstoffwechsel zu. Aminos\u00e4uren wie Citrullin, Arginin, Taurin sind ma\u00dfgeblich am Immunstatus des K\u00f6rpers beteiligt und haben vor allem zellsch\u00fctzende und abwehrregulierende Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Nutriceuticals geh\u00f6ren zur \u201eFirst Line Therapie\u201c<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leidet man an einer Allergie, so besteht ein erh\u00f6hter Bedarf an Vitalstoffen, der nicht allein \u00fcber die Nahrung gedeckt werden kann. Die richtigen N\u00e4hrstoffe in ihrer nat\u00fcrlichen Form, sodass sie optimal von unseren K\u00f6rperzellen verwertet werden k\u00f6nnen, leisten in der Allergietherapie daher einen unverzichtbaren Beitrag. Ist der K\u00f6rper optimal mit diesen Vitalstoffen versorgt, lassen die allergischen Reaktionen rasch und nebenwirkungsfrei nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Betroffene wei\u00df, wie unangenehm es unter normalen Umst\u00e4nden ist, auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen niesen zu m\u00fcssen. Seit Ausbruch der Pandemie hat sich diese Situation noch um ein Vielfaches versch\u00e4rft. Die ver\u00e4ngstigten und erbosten Blicke der Mitb\u00fcrger bewegen manche Menschen sogar dazu, sich nicht mehr in die \u00d6ffentlichkeit wagen zu wollen. Umso wichtiger ist es jetzt, die Abwehr zu st\u00e4rken und den K\u00f6rper bestm\u00f6glich auf die Allergiesaison vorzubereiten. Am besten gelingt das mit der regelm\u00e4\u00dfigen Einnahme m\u00f6glichst nat\u00fcrlicher Vitalstoffe, die den K\u00f6rper dabei unterst\u00fctzen, &nbsp;erst gar nicht mit einer Fehlreaktion auf ungef\u00e4hrliche Allergene zu reagieren. Im Kampf gegen die Pollen ist Mutter Natur und das Wissen \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge der Stoffwechselvorg\u00e4nge in unserem komplexen Organismus Trumpf!<\/p>\n\n\n\n<p>Wang G et&nbsp;al (2006) Effects of Astragalus membranaceus in promoting T-helper cell type 1 polarization and interferon-\u03b3 production by up-regulating T-bet expression in patients with asthma. Chin J Integr Med 12:262\u2013267<\/p>\n\n\n\n<p>Gell, P. G. H. (1963). The classification of allergic reactions underlying disease.&nbsp;<em>Clinical aspects of immunology<\/em>, 317-337.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rz, H. (2020). Aminos\u00e4uren und deren Bedeutung f\u00fcr die Gesundheit.&nbsp;<em>Zeitschrift f\u00fcr Orthomolekulare Medizin<\/em>,&nbsp;<em>18<\/em>(03), 17-21.<\/p>\n\n\n\n<p>Muss, C. (2002). Aminos\u00e4uren und Vitalstoffe als Immunonutrition bei Erkrankungen aus dem allergischen Formenkreis.&nbsp;<em>Erfahrungsheilkunde<\/em>,&nbsp;<em>51<\/em>(10), 703-712.<\/p>\n\n\n\n<p>Nohl, H. (1994, January). Generation of superoxide radicals as byproduct of cellular respiration. In&nbsp;<em>Annales de biologie clinique<\/em>&nbsp;(Vol. 52, No. 3, pp. 199-204).<\/p>\n\n\n\n<p>Marone, G., Columbo, M., De Paulis, A., Cirillo, R., Giugliano, R., &amp; Condorelli, M. (1986). Physiological concentrations of zinc inhibit the release of histamine from human basophils and lung mast cells.&nbsp;<em>Agents and actions<\/em>,&nbsp;<em>18<\/em>(1), 103-106.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine typische allergische Reaktion, wie sie die meisten von uns kennen, z\u00e4hlt man zum Typ-1, dem Soforttyp. Nach der Sensibilisierungsphase, dem Erstkontakt mit einem Antigen, der meist unbemerkt bleibt, sch\u00fctten T-Lymphozyten bei neuerlichem Kontakt mit dem Allergieausl\u00f6ser Entz\u00fcndungsmediatoren aus. Diese veranlassen wiederum B-Lymphozyten, IgE-Antik\u00f6rper zu produzieren und in der sogenannten Effektorphase Mastzellen zur Histaminaussch\u00fcttung zu &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/2024\/04\/10\/allergie-die-pollensaison-steht-vor-der-tuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAllergie \u2013 die Pollensaison steht vor der T\u00fcr\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":374,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-373","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nutrition"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=373"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":375,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373\/revisions\/375"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/374"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/adamer.eu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}